Hecht
Bis auf Westnorwegen, Island, Nordschottland und dem Mittelmeerraum ist der Hecht in ganz Europa zu finden. Lediglich auf der Iberischen Halbinsel ist sein Verbreitungsgebiet regional beschränkt. Dieser lang gestreckte und spiralförmige Fisch verfügt über einen charakteristischen Entenschnabelkopf, der stark bezahnt ist. Die Rückenflosse des Hechtes ist weit nach hinten gerückt. Sein Rücken ist dunkelgrün bis schwärzlich gefärbt, die Flanken graugrün-gelblich gebändert. Häufig finden sich darauf noch goldene Flecken. Die mehrfach unterbrochene Seitenlinie zieht sich bis zum Schwanzstiel.
Hechte leben bevorzugt in klaren Gewässern mit Kiesgrund, doch aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit muss man eigentlich überall mit ihnen rechnen. Obwohl sie strukturreiche Uferzonen mit üppigem Pflanzenwuchs lieben, so kann man ihnen dennoch sogar in Gebirgsseen - bis um 1500 Meter Höhe - begegnen, und auch leicht sommertrübe Seen sind geeignet. Selbst im Brackwasser kann sich dieser Fisch, der sich farblich seiner Umgebung anzupassen vermag, heimisch fühlen.
Ab Februar kommt der Hecht in Paarungslaune und sucht Überschwemmungszonen oder verkrautete, seichte Uferzonen auf. Die Laichzeit dauert bis in den Mai hinein, und die weiblichen Hechte legen dann bis zu 300 000 Eier. Hierbei paaren sie sich mit zwei oder drei männlichen Artgenossen. Die Eier werden in Klumpen abgelegt und haften aufgrund ihrer Klebrigkeit sehr gut an den Wasserpflanzen. Der Hecht wird in der Regel zwischen 40 und 80 Zentimeter lang, wobei er generell sehr schnell wächst und bereits im frühen Alter von zwölf Monaten eine Länge um 30 Zentimeter erreichen kann. Kapitale Exemplare können bei 1,5 Meter Länge mehr als 20 Kilogramm schwer werden.
Junghechte bis fünf Zentimeter Länge fressen ausschließlich Plankton. Doch kann nur ein Fisch, der ein großer Räuber ist, so gut abwachsen - und dies trifft natürlich auf den tagaktiven Hecht zu. Jedoch gehört er weder zu den schnellen Schwimmern, noch ist er dabei ausdauernd. Stattdessen verharrt er lieber regungslos in einem Versteck - am liebsten in flachen Uferbereichen innerhalb der Vegetation - und wartet, bis eine geeignete Beute vorbeischwimmt.
Erwischt er sie nicht durch das für ihn typische pfeilschnelle Hervorschnellen, so ist es eher selten, dass er sie anschließend noch verfolgt. Meist geht er wieder in Deckung und wartet auf die nächste Gelegenheit.
Im Grunde frisst der Hecht alles, was ihm vors Maul schwimmt. Auch wenn er am liebsten Fische - und dann bevorzugt Karpfenfische - erbeutet, so verschont er weder Frösche, Wasservögel, noch kleine Säugetiere. Fällt die Beute zu groß aus, kann dies allerdings sogar lebensbedrohlich für den Räuber werden. Seine rückwärts gerichteten Zähne, die eigentlich dazu gedacht sind, ein Opfer so fest zu halten, dass es keine Chance hat, eventuell noch zu entkommen, hindern den Hecht auch daran, eine überdimensionale Beute wieder auszuwürgen.
Probleme mit Übervölkerung vermag der Hecht übrigens auch recht einfach zu lösen. Gibt es in seinem Wohngewässer zu viele Artgenossen, so dass eine ausreichende Nahrungsbeschaffung schwierig werden könnte, wandelt er sich zum Kannibalen und frisst auch andere Hechte.
Bei der Jagd auf Hechte sollte man Köderfische einsetzen, denn auf Fisch beißt er nun einmal besonders gern. Hat man keine natürlichen Köder zur Hand, kann man auf Blinker.Wobbler, Spinner oder Gummifische ausweichen. Am Erfolg versprechendsten sind die Monate September bis Januar sowie der Mai. Am besten angelt man tagsüber beziehungsweise in der Abend- oder Morgendämmerung.
Wer in einem großen See fischt,sollte berücksichtigen, dass sich Hechte hier auch gern im Freiwasser in der Nähe von Weißfischschwärmen aufhalten. Ansonsten wählt man Stellen, an denen Deckungsmöglichkeiten vorhanden sind; in Frage kommen beispielsweise unterhöhlte Ufer, Krautbänke, versunkenes Holz und ähnliche Gegebenheiten. Die Angeltiefe variiert dabei je nach Tiefe des Verstecks oder Unterstands. Absolut unumgänglich ist die Verwendung eines Stahlvorfachs, da die starken Zähne des Hechtes jedes andere Vorfach mühelos kappen.